Wenn die Außentemperaturen sinken, zeigt sich in vielen Wohnungen ein Ärgernis: Feuchtigkeit setzt sich an den Fenstern ab und die Scheiben beschlagen. Das passiert, wenn warme Raumluft auf die kalten Glasflächen trifft und dort kondensiert. Die direkte Folge dieser physikalischen Reaktion ist Kondenswasser auf dem Glas.
Warum Fenster beschlagen
Kondenswasser birgt mehrere Risiken. Es fördert die Schimmelbildung, greift die Fensterrahmen an und verschlechtert das Raumklima deutlich. Das kann sowohl gesundheitliche Probleme als auch Schäden an der Bausubstanz nach sich ziehen. Als einfacher Gegenentwurf wird daher ein Hausmittel vorgeschlagen: ungekochter Reis.
Wenn man abends eine offene Schüssel oder einen atmungsaktiven Beutel mit Reis auf die Fensterbank stellt – genau dort, wo sich Kondenswasser bildet – kann der Reis einen Teil der Feuchtigkeit aufnehmen. Ungekochter Reis hat leicht hygroskopische Eigenschaften (zieht also Feuchtigkeit aus der Luft an). Dadurch trocknen beschlagene Scheiben etwas schneller ab.
Wie gut funktioniert Reis?
Eine vergleichende Studie mehrerer Kondenswasser-Lösungen zeigte, dass Reis tatsächlich messbar Feuchtigkeit aufnimmt und die Trocknungszeit einer beschlagenen Scheibe verkürzen kann. Der Effekt ist allerdings örtlich begrenzt und beeinflusst die allgemeine Luftfeuchtigkeit kaum. Als kurzfristige Hilfe kann Reis also durchaus nützlich sein; er ersetzt jedoch keine grundlegende Lösung.
Trotz dieser Einschränkungen bleibt Reis eine günstige Ergänzung zur Feuchtigkeitsbekämpfung. Auf lange Sicht sollte er aber nicht als dauerhafte Lösung gesehen werden.
Langfristig fürs Raumklima tun
Für eine nachhaltige Verbesserung des Raumklimas und zur Beseitigung von Feuchtigkeitsproblemen im ganzen Raum sind andere Maßnahmen empfehlenswert. Regelmäßiges Stoßlüften, gleichmäßiges Heizen und der Einsatz funktionierender Abluftsysteme sind effektive Strategien, um die Luftfeuchtigkeit im Raum deutlich zu senken. Elektrische Luftentfeuchter und elektrische Entfeuchter nehmen deutlich mehr Wasser auf und sind bei dauerhafter Anwendung wertvolle Werkzeuge gegen Feuchtigkeitsprobleme in der Wohnung.
Im Vergleich zu diesen Alternativen hilft Reis zwar kurzfristig, bleibt aber in seiner Wirkung begrenzt. Elektrische Luftentfeuchter und Calciumchlorid nehmen deutlich mehr Wasser auf und sind bei dauerhafter Anwendung wertvolle Werkzeuge gegen Feuchtigkeitsprobleme in der Wohnung.
Als Hausmittel kann Reis vorübergehend Erleichterung bringen und ist eine einfache, kostengünstige Möglichkeit, mit beschlagenen Scheiben umzugehen. Langfristig sollten jedoch Maßnahmen wie gutes Lüftungsmanagement und der Einsatz spezialisierter Geräte Vorrang haben, um die Wohnqualität dauerhaft zu sichern. Werden diese Maßnahmen kombiniert, lässt sich die Feuchtigkeit auf ein akzeptables Maß reduzieren und ein deutlich angenehmerer, gesünderer Wohnraum schaffen.