Geschmack in Balance
Der Filet‑o‑Fish von McDonald’s ist für sein einfaches, klassisches Rezept bekannt: ein gedämpftes Brötchen, ein panierter Alaska‑Seelachs, säuerliche Tartarsauce und eben diese halbe Scheibe amerikanischen Käses. Ein Vertreter von McDonald’s Kanada sagte 2012, dass der Fokus auf dem optimalen Gleichgewicht zwischen den Komponenten liege. „Wir verwenden nur eine halbe Scheibe Käse, weil das genau das perfekte Gleichgewicht für die säuerliche Tartarsauce und die Knusprigkeit der Panade des Filet‑o‑Fish ist”, so der Vertreter.
Bei dieser Entscheidung spielen Ansätze aus dem „Geschmacksingenieurwesen“ eine Rolle. Zu viel Käse könnte andere Aromen überdecken und die knusprige Panade weniger zur Geltung bringen. Ziel ist klar: eine harmonische Mischung, die Kund:innen wiederkommen lässt.
Wie die Zutaten zusammenspielen
Ein Blick hinter die goldenen Bögen zeigt, dass jedes Produkt darauf ausgelegt ist, sowohl geschmacklich als auch effizient den Erwartungen zu entsprechen. Der cremige amerikanische Käse wurde bewusst gewählt, um die zurückhaltenden, cremigen Noten des Filet‑o‑Fish zu unterstreichen. Zusammen mit dem weichen, gedämpften Brötchen und der säuerlichen Tartarsauce entsteht ein prägnantes Geschmackserlebnis, ohne dass eine Zutat alles dominiert.
Interessanterweise gibt es nicht für alle Produkte eine Standardlösung. Während der Filet‑o‑Fish mit einer halben Scheibe Käse auskommt, kann ein Drei‑Käse‑Gratin aus Blumenkohl als Beispiel für ein Gericht dienen, das deutlich mehr Käse als Geschmacksverstärker nutzt. Letztlich bleibt es den individuellen Vorlieben überlassen: Wer zuhause mehr Käse mag, kann das Sandwich mit einer ganzen Scheibe probieren.
Tipps fürs eigene Fischsandwich
Wer sich selbst an einem Fischsandwich versuchen will, erhält ein paar praktische Empfehlungen. Bei intensiver gewürzten Fischen wie „schwarzgebratenem Schnapper“ eignen sich Käsesorten, die starke Aromen verkraften, zum Beispiel Pepper Jack (würziger US‑Käse) oder kräftiger Cheddar. Diese Sorten bieten eine ausgewogene Mischung aus Schärfe und Cremigkeit und passen gut zu Cajun‑Gewürzmischungen.
Für mildere Fischfilets wie Alaska‑Seelachs oder Kabeljau empfiehlt McDonald’s cremige, weniger dominante Käsesorten, etwa jungen Havarti oder milden Provolone. Solche Käsesorten lassen sich gut mit einer hausgemachten Tartarsauce kombinieren, ohne den feinen Charakter der Zutaten zu überdecken.
Der Ansatz von McDonald’s zeigt nicht nur, wie wichtig die Abstimmung von Aromen ist, sondern auch, dass persönliche Vorlieben zählen. Während das Unternehmen auf Konsistenz und Effizienz setzt, bleibt die letzte Entscheidung, wie viel und welcher Käse aufs Sandwich kommt, beim Verbraucher. Diese Strategie lädt dazu ein, das „Mehr ist besser“-Denken zu hinterfragen und die Qualität der Kombinationen zu schätzen.