Was hinten weh tut – Symptome und Ursachen
Die Beschwerden sitzen meist im unteren Rücken und in der Lendenwirbelsäule (unterer Rücken). Morgens fühlt sich vieles steif an, als hätte man auf einem gefrorenen Feldbett geschlafen. Meist spielen mehrere Faktoren zusammen: Körperliche und psychische Belastungen, weniger Bewegung und langes Sitzen im Winter lassen Muskeln verkürzen und verspannen. Auch Schlafpositionen, die wir unbewusst einnehmen, um warm zu bleiben, können die natürliche Form der Wirbelsäule verzerren und die Probleme verschärfen.
Ein Orthopäde aus Köln erklärt dazu: „Viele Patientinnen und Patienten erwarten neue Übungen oder teure Hilfsmittel. Dabei ist die seitliche Schlafposition mit Kniekissen oft das Effektivste – und kostet exakt nichts, wenn man ein normales Kissen zweckentfremdet.“
Jahreszeiten und Schmerzen: wann es schlimmer wird
Interessant sind die saisonalen Schwankungen: Ab November steigt die Zahl der Beschwerden (das zeigen Daten einer großen deutschen Krankenkasse). Dieser Anstieg hält sich bis Januar und Februar, und erst im Juni geht die Zahl deutlich zurück. Eine Physiotherapeutin aus München berichtet sogar von einer Patientin, die jedes Jahr ab November mit den gleichen Problemen in die Praxis kommt, obwohl sich weder Arbeit noch sportliche Aktivität verändert haben.
Die kühlen Nächte und die trockene Heizungsluft sorgen dafür, dass der Rücken nachts nicht wirklich zur Ruhe kommt. Das Verhältnis zwischen Kälte und Rücken fühlt sich fast an wie ein eingespieltes Team.
So kannst du vorbeugen und lindern
Experten geben einige einfache, wirkungsvolle Tipps:
- Ein Glas Wasser am Bett hilft gegen die trockene Heizungsluft.
- Kleine Bewegungsübungen – zum Beispiel Hüftkreisen beim Zähneputzen oder Dehnen vor dem Schlafengehen – stärken die Muskulatur.
- Ein festes Sofakissen lässt sich gut als Luftentfeuchter-Kissen einsetzen, um die seitliche Schlafposition zu stabilisieren.
- Bei Decken und Kopfkissen gilt: nicht zu schwer wählen und auf die physiologische Nackenstellung achten.
Auch der psychologische Effekt spielt eine Rolle: Das Gefühl „ich kann ein bisschen selbst tun“ wirkt oft befähigend. Viele Betroffene empfinden es als hilfreich, statt auf der Couch zu bleiben lieber einen Spaziergang an der frischen, kalten Luft zu machen.
Wendet man diese Maßnahmen regelmäßig an, lässt die Intensität der Beschwerden nach und der Körper lernt besser zu entspannen. Jede Nacht, in der gezielt solche Routinen durchgeführt werden, sorgt dafür, dass die morgendlichen Schmerzen leiser werden und sich der Rücken regenerieren kann. Vielleicht wird der Winter so rückenschmerztechnisch weniger zur Herausforderung und mehr zur Gelegenheit, dem eigenen Körper achtsam zu begegnen und aktiv zu helfen.