So wurden die Boomer erzogen – stabile Haushalte und emotionale Blindheit
Als Angehöriger der Boomer-Generation, der jetzt in den späten 60ern ist, schaut der Erzähler auf die Erziehung seiner drei Kinder zurück. Er schildert eine Kindheit, in der Arbeit über allem stand: der Vater machte Doppelschichten in der Fabrik und übergab jeden Freitag stolz seinen Lohn an die Mutter. Stabilität und Beständigkeit galten als oberstes Ziel, und das prägt die Erziehung der nächsten Generation.
Stabile Haushalte, feste Ehen und sichere Jobs wurden hochgehalten. Gefühle spielten dabei kaum eine Rolle. Kinder lernten früh, dass Emotionen unerwünscht sind — oft mit Sätzen wie “Große Jungs weinen nicht” oder “Du bist zu empfindlich”. Gefühle wurden eher als Probleme gesehen, die man lösen muss, statt als etwas, das man verstehen sollte. Diese emotionale Zurückhaltung hinterließ tiefe Spuren.
Sie funktionieren – aber emotional hapert’s
Viele Kinder der Boomer wurden zu funktionalen Erwachsenen, fühlten sich innerlich aber eingeschränkt. Sie landeten oft in belastenden Jobs und konnten Herausforderung nicht von innerem Leid unterscheiden. Das Ausdrücken eigener Bedürfnisse fiel ihnen schwer, was Beziehungen ausbremste. Der Erzähler bemerkt, dass sein mittleres Kind schon in der High School Anzeichen von Angst zeigte — ein Problem, das anfangs mit Bemerkungen wie “Toughen up” abgetan wurde.
Heute suchen viele dieser erwachsenen Kinder Therapie, um die emotionalen Lücken zu schließen. Der Erzähler sieht darin auch eine selbstkritische Einsicht: Gefühle und passende Worte dafür zu lernen ist für sie wie das Erlernen einer Fremdsprache, während sie versuchen, die ihnen fehlende emotionale Intelligenz aufzubauen.
Über die Werte der Eltern nachdenken
Im späteren Leben beginnt der Erzähler, offener mit seinen Gefühlen gegenüber seinen erwachsenen Kindern zu sein. Das hat die enge Beziehung zu ihren erwachsenen Kindern vertieft — eine Überraschung, die ihm zeigt, dass das Teilen der eigenen Gefühle manchmal ein wertvolleres Geschenk ist als ihr Verschweigen.
Er fordert andere Boomers auf, sich von der Rechtfertigung “Wir haben alles richtig gemacht” zu lösen und die ironische sowie problematische Seite dieser Verteidigung zu erkennen. Verständnis und emotionale Offenheit sollten im Mittelpunkt elterlicher Beziehungen stehen, damit künftige Generationen bessere Startbedingungen bekommen.
Die Geschichte macht klar: Es ist nie zu spät, neue Wege zu gehen, und emotionale Intelligenz ist etwas, das man lebenslang lernen kann. Wenn die heutige Generation die emotionale Sprachlosigkeit ihrer Erziehung aufarbeitet, kann sie das nicht nur für sich selbst verbessern, sondern auch für die kommenden Generationen. Das ist ein Aufruf zum Handeln, der genauso frustrierend wie hoffnungsvoll ist und darauf wartet, umgesetzt zu werden.