Die Anlagen: was sie leisten und wie viel sie schaffen
Die Soft Plastic Engineered Commodity (SPEC)-Anlage in Kundle Kundle (nahe Taree) ist das Herzstück der Initiative. Ihre aktuelle Kapazität liegt bei bis zu 14.000 Tonnen pro Jahr, mit Plänen, auf 24.000 Tonnen zu erhöhen.
Ausgestattet ist die Anlage unter anderem mit einem Extruder, der bis zu 750 Kilogramm Pellets pro Stunde erzeugen kann. Die verarbeiteten weichen Kunststoffe werden an verschiedene australische Hersteller geliefert, die daraus Produkte wie Eimer, Plastiktüten und sogar Flaschen herstellen. Das stärkt nicht nur den Umweltnutzen, sondern auch die Nachfrage nach Produkten mit recyceltem Kunststoffanteil.
Wo das Material herkommt und wie REDcycle endet
Die Rohstoffe, die in der SPEC-Anlage landen, stammen aus verschiedenen Quellen und Programmen, darunter Supermarkttests in Queensland, New South Wales, South Australia und Victoria. Ein besonderer Fokus liegt auf Rückgabe-ins-Geschäft-Programmen: Materialien werden unter anderem aus 500 Woolworths-Filialen eingesammelt.
Die Soft Plastic Stewardship Australia (SPSA) führt landesweite Bag-in-a-Bin-Tests durch (bei denen Tüten in Sammelbehältern getestet werden), um Sammlung und Recycling zu optimieren. Ein wichtiger Teil der Wiederaufnahme ist außerdem die Aufarbeitung der letzten Tonnen von REDcycle-Altabfällen. Täglich treffen an der SPEC-Anlage zwei bis vier LKW-Ladungen ein, wobei das Ende dieser Aufarbeitung absehbar ist.
Probleme und Lösungsansätze in der Recyclingbranche
Danial Gallagher von iQRenew betont, dass die SPEC-Anlage die fehlende Infrastruktur bereitstellt, um Materialien, die sonst auf Deponien gelandet wären, einem neuen Lebenszyklus zuzuführen. Eine Herausforderung bleibt der höhere Kostenaufwand bei der Verwendung von recyceltem Material.
Wayne Dicks von Trendpac hebt hervor, dass die Partnerschaft mit iQRenew darauf abzielt, neue Wege zu finden, weiche Kunststoffe effektiv zu recyclen und so deren Einsatz in Produkten wie Waschmittelflaschen zu ermöglichen. Trotz des höheren Preises dieser Technologien — er liegt zwischen 10 und 30 % über dem von Neumaterial — sehen beide Unternehmen großes Potenzial in der ressourcenschonenden Fertigung.
Politik und Ausblick
Die australische Regierung unter der Albanese‑Regierung hat im Dezember 2024 das “Circular Economy Framework” veröffentlicht. Dieses Framework legt Prioritäten und Ziele fest, um Materialien so lange wie möglich im Wirtschaftskreislauf zu halten, mit dem Ziel, die Zirkularität bis 2035 zu verdoppeln.
Danial Gallagher fordert Unternehmen und Regierung auf, aktiv Produkte mit recyceltem Inhalt zu beschaffen, und sieht ein mögliches Mandat als begrüßenswerte Entwicklung. Gleichzeitig warnt Nina Gbor vom Australia Institute, dass Recycling allein nicht ausreicht, um das Problem der Plastikverschmutzung zu lösen. Ihrer Meinung nach braucht es eine deutliche Reduktion des Einsatzes von Neumaterial sowie die Erforschung pflanzenbasierter, nicht‑toxischer Alternativen, um die langfristige Gesundheit der Umwelt zu sichern.
Da die Deponiekapazitäten in Greater Sydney bis 2030 zur Neige gehen, ist es besonders wichtig, dass Australien fortschrittliche Recyclinglösungen umsetzt und die Nutzung von recyceltem Kunststoff in vielen Verbrauchsartikeln erhöht. Diese Entwicklungen sind sowohl für die Umwelt als auch für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung.